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Lasst uns froh und munter sein

Weihnachtsymposium Patientensicherheit

Im Jahr 2018 entschlossen sich OÄ Dr. Ruth Kröss, OA Dr. Markus Thaler sowie OA Dr. Benedikt Treml ein Symposium zur gelebten PatientInnensicherheit an den Tirol Kliniken aus der Taufe zu heben. Als Instruktoren bei den Teamtrainings war es ihnen ein Anliegen die vielen Beispiele guter Patientenversorgung vor den Vorhang zu heben und konkrete Verbesserungsvorschläge für jeden Einzelnen zu bieten.

Heuer fand das Symposium bereits zum zweiten Mal statt:

2. Weihnachtsymposium Patientensicherheit "Lasst uns froh und munter sein"

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Am Dienstag, 17. Dezember ist das zweite Weihnachtssymposium "Gelebte Patientensicherheit an den tirol kliniken" der Univ.-Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin erfolgreich über die Bühne gegangen. Die Organisatoren OA Dr. Markus Thaler, OA Dr. Benedikt Treml sowie OÄ Dr. Ruth Kröss konnten im großen Hörsaal im Kinder- und Herzzentrum rund 100 Teilnehmer begrüßen.

Der Moderator des Abends, Ao.Univ.-Prof. Dr. Strohmenger, verwies in seinen eröffnenden Worten auf die die hohe gesellschaftliche Bedeutung von Nachtarbeit, schließlich seien etwa 3 Millionen Österreicherinnen und Österreicher im Nachtdienst tätig. Im Gesundheitswesen leisten 60 % der Beschäftigten Nachtarbeit.

Als Neuerung umrahmte das diesjährige zweite Weihnachtssymposium Patientensicherheit musikalisch die Gruppe Bordeaux Grün, die mit zwei modern interpretierten Weihnachtsliedern eröffnete.

In seinen begrüßenden Worten mahnte der stellvertretende ärztliche Direktor Univ.-Prof. Dr. Alois Obwegeser Achtsamkeit bei der täglichen klinischen Tätigkeit ein. Weiters gratulierte er den Organisatoren zur mittlerweile zweiten Auflage.

Den Vortragsabend eröffnete Flight Safety Officer Captain Klaus Egger mit physiologischen Aspekten bei Nachteinsätzen aus Sicht der Fliegerei. Er begann mit seinen Eindrücken von seinem erstem Nachtflug in den USA und spannte damit den Bogen zur Nachtarbeit. Er erläuterte ausführlich die Etablierung eines 24h-Betriebs des Notarzthubschraubers Christophorus 2 in Krems. Damals wurden hohe Sicherheitsbarrieren eingezogen, deren Einführung zu einem späteren Zeitpunkt wesentlich mehr Aufwand bedeutet hätte. So wurden max. 4h Einsatzzeit mit den Nachtsichtgeräten und max. 3 Einsätze pro Nacht definiert. Ein eventueller 4. Einsatz ist nur nach vorheriger Risikoanalyse möglich. Dazu wurde eine eigene fatigue score card zur Einschätzung der Müdigkeit der Besatzung eingeführt. Er schloss mit der Feststellung, dass nach Absetzen dieser Maßnahme die Besatzungen die Wiedereinführung dieser fatigue score card gefordert haben.

Im zweiten Vortrag des Abends begrüßte Prof. Strohmenger Prof. Dr. Birgit Högl. Unsere Kollegin von der hiesigen Univ.-Klinik für Neurologie ist eine international anerkannte Koryphäe in der Schlafforschung. Nicht umsonst wurde Prof. Högl im März diesen Jahres als erste Österreicherin zur Präsidentin der „World-Sleep-Society“ ernannt. Aus ihren schier unerschöpflichen Wissensschatz gab Prof. Högl Einblicke in die Leistungsfähigkeit bei wenig Schlaf und den aktuellen Stand der Schlafforschung. Sie führte aus, dass Licht mit viel Blauanteil die innere Uhr am meisten aktiviert. Darüber hinaus erklärte sie, dass bereits geringe Lichtmengen (50 Lux) ausreichen, um die Melantoninausschüttung deutlich zu hemmen. Danach erläuterte sie die mannigfaltigen Auswirkungen von Schlafmangel in vielen metabolischen Systemen. So führt Schlafmangel zum Beispiel zu einer Art diabetogenen Stoffwechsellage. Die Frage, ob Koffein gut bei Schlafmangel sei, verneinte Prof. Högl. Sie beendete ihren Vortrag mit der Feststellung, dass Koffein grundsätzlich schlecht gegen Schlafmangel wirkt, je nach genetischer Ausstattung mit dem Adenosin A2-Rezeptorsubtyp mehr oder weniger schlecht.

Im dritten Teil des Symposiums gaben OÄ Dr. Ruth Kröss, MBA, MSc und Dr. Maximilian Mörtl von der Univ.-Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin einen Überblick über die Einführung der Kampagne "Stop-Injekt: Check". Anhand eines persönlich erlebten Beispiels erläuterte Dr. Mörtl eine Reanimationssituation, die die betroffene Patientin folgenlos überstehen konnte. Dies vor allem dank gelebtem crew resource management. Hernach stellte Dr. Kröss die Kampagne „Stop-Inject: Check“ zur Vermeidung von Medikationsfehlern im Detail vor. Diese Kampagne wurde von Dr. Kröss gemeinsam mit dem Risikomanagement geplant und wird in Kürze auf der Klinik implementiert werden. Weiters gab Dr. Kröss konkrete Tipps zur Erhöhung der Medikationssicherheit.

Den Abend schloss wieder das Ensemble BordeauxGrün mit einer modernen und peppigen Interpretation des Klassiker „Let it snow“ von Sammy Cahn und Jule Styne, vermutlich besser bekannt in der Version von Dean Martin aus dem Jahre 1959.

Die rund 100 Teilnehmer zeigten sich begeistert von dieser Veranstaltung. Der große Hörsaal im Kinder- und Herzzentrum bot einen würdigen Rahmen. Die begeisterten Rückmeldungen der Teilnehmer bekräftigen die Organisatoren im nächsten Jahr eine neuerliche Auflage des Symposiums zu veranstalten.

Einstweilen wünschen wir frohe und sichere Weihnachten!

Benedikt Treml, 20.12.2019


1. Weihnachtssymposium "Gelebte PatientInnensicherheit an den Tirol Kliniken"

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Am Dienstag, 18. Dezember ist das erste Weihnachtssymposium "Gelebte Patientensicherheit an den tirol kliniken" der Univ.-Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin erfolgreich über die Bühne gegangen. Die Organisatoren OA Dr. Markus Thaler, OA Dr. Benedikt Treml sowie OÄ Dr. Ruth Kröss konnten im großen Hörsaal im Kinder- und Herzzentrumhatten über 110 Teilnehmer begrüßen.

In seinen begrüßenden Worten erläutere der stellvertretende ärztliche Direktor Univ.-Prof. Dr. Alois Obwegeser die Geschichte und Entstehung des neuen interdisziplinären Trainingszentrums (ITZ) am AZW. Er zeigte sich erfreut, dass neben engagierten Trainern am Interdisziplinären Trainingszentrum auch die trainierten Mitarbeiter motiviert sind. die Geschichte und Entstehung des neuen interdisziplinären Trainingszentrums (ITZ) am AZW. Schließlich seien Anästhesisten nur dann froh, wenn der Patient eine gute Narkose habe und eben nicht "Lasst uns froh und munter sein"

Die Moderatorin, OÄ Dr. Ruth Kröss (ebenfalls von der Univ.-Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin) ergänzte die Worte von Prof. Obwegeser mit schönen Bildern und Zahlen von den durchgeführten Anästhesie-Simulationen.

  • Zum Thema "Vom Training zur Realität" berichteten OÄ Dr. Johanna Tiechl von der Geburtshilfe der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde Innsbruck, DGPK Philipp Weichselbraun und Dr. Bernd Wallner von der Univ.-Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin über eine Reanimation im gynäkologischen OP. OÄ Dr. Tiechl erläuterte den präoperativen Verlauf, die Operationsindikation und der völlig unerwartete Herzstillstand. Als Nächster gab DGPK Philipp Weichselbraun einen ehrlichen Einblick in die emotionale Seite des Notfalls. Als persönliche Konsequenz der Reanimation hat er sich sofort zur Anästhesie--Simulation angemeldet und stellte er fest, dass Wissen Macht ist und eben nicht Ohnmacht. Als Abschluss erörterte Dr. Wallner wesentliche Faktoren, die zum Lösen dieser komplexen Notfallsituation beigetragen haben. Er plädierte dafür weniger von Fehler zu sprechen als vielmehr über Problemlösungen zu sprechen. 
  • „Mein Patient kann fliegen!“. Zu diesem Thema führten Captain Klaus Egger vom ÖAMTC Flugrettungsverein und OA Dr. Markus Thaler von der Univ.-Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin ein "Vier-Augen-Gespräch". Der erfahrene Hubschrauberpilot Cpt. Egger betonte beispielsweise die Wichtigkeit von Checklisten in der Rettungsfliegerei, die er vor allem als Kommunikationsinstrument sieht. OA Dr. Thaler beleuchtete neben den Stärken aber auch mögliche Schwächen von Checklisten in der Medizin. Beide waren sich einig, dass das Produkt = Mensch x Maschine nur so gut wie die Leistung des Menschen werden kann.
  • Abschließend stellte sich OA Dr. Benedikt Treml von der Univ.-Klinik für allg. und chir. Intensivmedizin dem Thema „Sichere Akutmedizin!?“. Er berichtete von mehreren dramatischen medizinischen Zwischenfällen und was wir aus unseren Fehlern lernen können. Als positiven Abschluss besprach er jene Punkte aus dem "Crew resource management", die hilfreich bei der Bewältigung solcher Zwischenfälle sein können.

Der große Hörsaal im Kinder- und Herzzentrum bot dem gelungenem Auftaktssymposium einen passenden Rahmen. Die begeisterten Rückmeldungen der Teilnehmer bekräftigen die Organisatoren im nächsten Jahr eine neuerliche Auflage des Symposiums zu veranstalten.

Benedikt Treml, 19.12.2018

 

Die Gruppe Bordeaux Grün interpretierte bekannte Weihnachtslieder als Jazzversionen: v.l.n.r.: Thaler Jakob, Popper Sarah, Schwarz Marita, Oberhofer Max

Referenten 1. Weihnachtsymposium: v.l.n.r.: OÄ Dr. Kröss, Dr. Wallner, OÄ Dr. Tiechl, Cpt. Egger, stv.ÄD Prof. Obwegeser, OA Dr. Treml, OA Dr. Thaler, DGKP Weichselbraun