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Medizinische Simulation

 

Naturgemäß treten im Intensivbereich gehäuft Notfälle auf. Einerseits im Rahmen des innerklinischen Notfallteams und andererseits auf der Intensivstation selbst. Um solche komplexe Notfallsituationen optimal abarbeiten zu können, braucht es neben profunden medizinischen Kenntnissen der einzelnen Professionen vor allem gute Fähigkeiten in der Zusammenarbeit dieser interprofessionellen Teams. Gemäß einem zeitgemäßen Ansatz und der Verpflichtung in der Ausbildung zum FA für Anästhesie und Intensivmedizin mittels medizinischer Simulation auszubilden, engagiert sich unsere Klinik stark am Interdisziplinären Trainingszentrum (ITZ). Die Notfalltrainings teilen sich in zwei Gruppen auf:

  • In den ALS-Trainings beüben wir die erweiterten lebensrettenden Maßnahmen im Sinne von klassischen Reanimationsschulungen. In den Szenarien vermitteln wir die Algorithmen zur kardiopulmonalen Wiederbelebung mit Schwerpunkt auf eine qualitativ hochwertige Herzdruckmassage, Frühdefibrillation und der korrekten Anwendung von Notfallmedikamenten. Ergänzt werden diese interdisziplinären Reanimationstrainings durch Elemente aus dem Crew Resource Management. Dabei steht eine gute Kommunikation zwischen einzelnen Teammitgliedern im Vordergrund.
  • Als zweite Säule fungieren als interdisziplinäre Teamtrainings die halbtägigen Simulationstrainings. Dabei werden verschiedene Notfälle mit realitätsnahen Elementen geübt. Nach den jeweils zehnminütigen Notfallbeispielen werden die erlebten Situationen im gesamten Team in detaillierten Nachbesprechungen analysiert. Dabei wird sehr viel Wert auf die Ursache von Fehlern und Zwischenfällen gelegt. So sollen einerseits präventiv Komplikationen und Zwischenfälle reduziert werden, andererseits Zwischenfälle effektiver und fehlerfrei abgearbeitet werden (nach David Gaba und Markus Rall, Stanford 1998).

 

Neuigkeiten

Erfolgreicher zweiter Turnus der Intensivsimulation von 19. bis 20. Feber 2019

Am Dienstag 19. und Mittwoch 20. Feber fanden am Interdisziplinären Simulationszentrum (ITZ) die nächsten Halbtage von Intensiv-Simulation statt.

Für diese vergangenen Simulationstage hatte das Instruktoren-Team um Oberarzt Dr. Benedikt Treml, DGKP Willi Schabauer mit tatkräftiger Hilfe von OA Dr. Markus Thaler realistische Notfallszenarien entworfen. Alle Teilnehmer waren sich unisono über die hohe Qualität der Simulation einig und haben etliche praktische Anregungen für ihre klinische Arbeit mitnehmen können.

Benedikt Treml

20.02.2019


Zweiter Auffrischungskurs für Instruktoren der Anästhesie- und Intensivsimulation mit Dr. Rall

Am vergangenen Dienstag trafen sich 10 engagierte Kolleginnen und Kollegen unserer beiden Kliniken (Univ.-Klinik für Anästhesie und Univ.-Klink für allg. und chir. Intensivmedizin) am neuen Interdisziplinären Trainingszentrum (ITZ) im Ausbildungszentrum West. Dank der perfekten Organisation von Dr. Ruth Kröss konnte mit Dr. Marcus Rall DER Simulationsexperte im deutschsprachigen Raum als externer Referent gewonnen werden. Mehrfach wurden Szenarien von den Trainern selbst unter den erfahrenen Augen von Dr. Rall geübt. In seinen Ausführungen gab er wertvolle Tipps aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Instruktor. Im Hintergrund laufen bereits die Vorbereitungen in Innsbruck am ITZ einen eigenen Ausbildungskurs für unseren zukünftigen Trainer im Herbst 2019 oder Frühjahr 2020 zu organisieren.

Benedikt Treml

25.1.2019


1. Weihnachtssymposium "Gelebte PatientInnensicherheit an den Tirol Kliniken"

Am Dienstag, 18. Dezember ist das erste Weihnachtssymposium "Gelebte Patientensicherheit an den tirol kliniken" der Univ.-Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin erfolgreich über die Bühne gegangen. Die Organisatoren OA Dr. Markus Thaler, OA Dr. Benedikt Treml sowie OÄ Dr. Ruth Kröss konnten im großen Hörsaal im Kinder- und Herzzentrumhatten über 110 Teilnehmer begrüßen.

In seinen begrüßenden Worten erläutere der stellvertretende ärztliche Direktor Univ.-Prof. Dr. Alois Obwegeser die Geschichte und Entstehung des neuen interdisziplinären Trainingszentrums (ITZ) am AZW. Er zeigte sich erfreut, dass neben engagierten Trainern am Interdisziplinären Trainingszentrum auch die trainierten Mitarbeiter motiviert sind. die Geschichte und Entstehung des neuen interdisziplinären Trainingszentrums (ITZ) am AZW. Schließlich seien Anästhesisten nur dann froh, wenn der Patient eine gute Narkose habe und eben nicht "Lasst uns froh und munter sein"

Die Moderatorin, OÄ Dr. Ruth Kröss (ebenfalls von der Univ.-Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin) ergänzte die Worte von Prof. Obwegeser mit schönen Bildern und Zahlen von den durchgeführten Anästhesie-Simulationen.

  • Zum Thema "Vom Training zur Realität" berichteten OÄ Dr. Johanna Tiechl von der Geburtshilfe der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde Innsbruck, DGPK Philipp Weichselbraun und Dr. Bernd Wallner von der Univ.-Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin über eine Reanimation im gynäkologischen OP. OÄ Dr. Tiechl erläuterte den präoperativen Verlauf, die Operationsindikation und der völlig unerwartete Herzstillstand. Als Nächster gab DGPK Philipp Weichselbraun einen ehrlichen Einblick in die emotionale Seite des Notfalls. Als persönliche Konsequenz der Reanimation hat er sich sofort zur Anästhesie--Simulation angemeldet und stellte er fest, dass Wissen Macht ist und eben nicht Ohnmacht. Als Abschluss erörterte Dr. Wallner wesentliche Faktoren, die zum Lösen dieser komplexen Notfallsituation beigetragen haben. Er plädierte dafür weniger von Fehler zu sprechen als vielmehr über Problemlösungen zu sprechen. 
  • „Mein Patient kann fliegen!“. Zu diesem Thema führten Captain Klaus Egger vom ÖAMTC Flugrettungsverein und OA Dr. Markus Thaler von der Univ.-Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin ein "Vier-Augen-Gespräch". Der erfahrene Hubschrauberpilot Cpt. Egger betonte beispielsweise die Wichtigkeit von Checklisten in der Rettungsfliegerei, die er vor allem als Kommunikationsinstrument sieht. OA Dr. Thaler beleuchtete neben den Stärken aber auch mögliche Schwächen von Checklisten in der Medizin. Beide waren sich einig, dass das Produkt = Mensch x Maschine nur so gut wie die Leistung des Menschen werden kann.
  • Abschließend stellte sich OA Dr. Benedikt Treml von der Univ.-Klinik für allg. und chir. Intensivmedizin dem Thema „Sichere Akutmedizin!?“. Er berichtete von mehreren dramatischen medizinischen Zwischenfällen und was wir aus unseren Fehlern lernen können. Als positiven Abschluss besprach er jene Punkte aus dem "Crew resource management", die hilfreich bei der Bewältigung solcher Zwischenfälle sein können.

Der große Hörsaal im Kinder- und Herzzentrum bot dem gelungenem Auftaktssymposium einen passenden Rahmen. Die begeisterten Rückmeldungen der Teilnehmer bekräftigen die Organisatoren im nächsten Jahr eine neuerliche Auflage des Symposiums zu veranstalten.

Benedikt Treml

19.12.2018


Erste Intensivsimulation von 28. bis 29. November 2018

Am Mittwoch 28. und Donnerstag 29. November fanden am neu erbauten Interdisziplinären Simulationszentrum (ITZ) auf der FH Gesundheit die ersten vier halbtägigen Simulationen der Univ.-Klinik für allgemeine und chirurgische Intensivmedizin statt. Anders als beim ALS-Training bei dem es um die gute und korrekte Durchführung von medizinischen Maßnahmen geht, war der Fokus bei diesem "CRM-Workshop" auf das "Crew Ressource Management" gelegt. Neben dem guten Zusammenspiel von Spezialistenteams spielt die interprofessionelle Kommunikation eine wesentliche Rolle in der guten Bewältigung von komplexen Notfallsituationen.

Für diese vergangenen Simulationstage hatte das Instruktoren-Team um Oberarzt Dr. Benedikt Treml, DGKP Weber Susanne, DGKP Willi Schabauer mit tatkräftiger Hilfe von OÄ Dr. Ruth Kröss absolut realistische und für die Klinik relevante Szenarien entworfen. An den vier Tagen konnten 4 Oberärzte, 5 Assistenzärzte sowie 26 diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger intensiv geschult werden. Nicht nur die aktiven Teilnehmer in den Simulationsszenarien, sondern auch jene, die das Geschehen beobachteten, fieberten mit Leib und Seele mit. Alle Teilnehmer waren sich unisono über die hohe Qualität der Simulation einig und haben etliche praktische Anregungen für ihre klinische Arbeit mitnehmen können. Die erhobenen Evaluationsergebnisse bestätigen dies eindrucksvoll. So gaben 97% der Teilnehmer an, sicher wiederkommen zu wollen!

Ermöglicht wurde die Simulation neben den unzähligen investierten Stunden der Instruktoren durch die Hilfe von OÄ Dr. Kröss, der an dieser Stelle gedankt sei. Außerdem ein Danke schön für die Unterstützung durch den stellvertretenden Klinikdirektor Ao. Univ.-Prof. Dr. Dietmar Fries.

Benedikt Treml

30.11.2018


 

"Aus der Klinik für die Klinik!" - von der Idee zur Umsetzung

2016 wurden die Pläne der Errichtung eines interdisziplinären Trainingszentrums an der nahen Fachhochschule Gesundheit konkret. Entsprechend der Anforderung der neuen Ärzte-Ausbildungsordnung sollten darin unsere Assistenzärzte in Hinkunft geschult werden. Nach dem Bezug im Sommer 2017 wurde im Herbst 2017 mit den ersten ALS-Trainings begonnen. Dabei wurden in diesem hochmodernen Simulationszentrum Notfallsituationen in realistischer Umgebung simuliert. Mithilfe der verwendeten detailgetreuen Simulatorpuppen können kritische Situationen auf Normalstationen, in einem OP-Saal, auf der Intensivstation und im Schockraum geübt werden. Nach diesen gelungenen Reanimationsschulungen erfolgte schließlich nach weiteren intensiven Vorarbeiten durch das Intensiv-Trainerteam Dr. Treml, DGKP Weber und DGKP Schabauer der nächste Schritt mit Ausrollung der Intensiv-Simulation im November 2018. An diesem ersten Termin haben neben den Intensivoberärzten, den Assistenzärzten auch die Pflegepersonen der jeweiligen Stationen teilgenommen. Die Szenarien, in denen komplexe Notfallgeschehen im Intensivbereich simuliert wurden, stammten allesamt aus den Federn des Trainerteams, allesamt Experten mit langjähriger Erfahrung in klinischer Intensivmedizin. Besonders dieser Aspekt verleiht dem Ganzen ein besonders realistisches Aussehen und ist eine Stärke der Intensivsimulation, ganz nach dem Motto "Aus der Klinik für die Klinik". Nach diesen einzelnen Szenarien im Simulator wurden in den Nachbesprechungen neben den medizinischen Aspekten vor allem die Kommunikation und Zusammenarbeit der verschiedenen Personen und Fachdisziplinen analysiert, um potentielle Fehlerquellen identifizieren zu können. Somit sollen in Hinkunft bei der Tätigkeit am Patienten potentielle Fehler erkannt und vermieden werden.

Benedikt Treml

30.11.2018

Referenten 1. Weihnachtsymposium: v.l.n.r.: OÄ Dr. Kröss, Dr. Wallner, OÄ Dr. Tiechl, Cpt. Egger, stv.ÄD Prof. Obwegeser, OA Dr. Treml, OA Dr. Thaler, DGKP Weichselbraun

Mit hochwertigen Simulationspuppen werden realistisch Notfallsituationen aus allen klinischen Bereichen geübt.

Im zentralen Steuerungsraum laufen die Fäden der Simulation zusammen.